Aus Pfui mach Hui

Durch eine deutliche Steigerung in der zweiten Halbzeit setzte sich die U19 gegen den TSV Haunstetten mit 41:26 durch und festigt so den zweiten Tabellenplatz in der Bayernliga.

wA · Montag, 24.02.2020

Ausgeschrieben war das Duell zwischen Forst United und dem TSV Haunstetten in der Dr.-Wintrich-Halle in Ebersberg ursprünglich einmal als eins der Spitzenspiele der Saison. Doch nicht nur in den eigenen Reihen macht sich inzwischen eine lange Saison und die Doppelbelastung durch Einsätze in den Erwachsenenteams bemerkbar: Die Gäste mussten verletzungsbedingt auf gleich drei Leistungsträgerinnen verzichten. „Wir haben alles zusammengekratzt, was wir noch hatten“, so Augsburgs Trainerin Barbara Lechner vor dem Spiel. Das Ebersberger Trainerduo Felix Mäsel/Julius Veihelmann warnte die Mädels im Gegenzug besonders intensiv davor, dieses Spiel nun auf die leichte Schulter zu nehmen: „Mit scheinbar erleichterten Bedingungen vor dem Spiel kannst du intern keine Topspiel-Atmosphäre mehr abrufen, das hat man heute auch deutlich gemerkt – der Druck war sofort weg“, so Trainer Mäsel.

Dabei begann alles noch einigermaßen nach Plan: United übernahm direkt das Zepter und setzte sich über Franziska Ebenkofler, Charlotte Paulus und Chiara Czeslik ab. Beim Stand von 9:5 nach 13 Minuten konnte man – bis auf ein paar leichtfertig vergebene Chancen – noch nicht wirklich meckern. Was die Trainer allerdings in den folgenden Minuten der ersten Hälfte erleben sollte, konnten sie selbst nicht so wirklich glauben. Eine scheinbar nicht mehr existente Abwehr und eine vergebene Großchance nach der anderen ließen die Gäste erstarken und so stand es selbst gegen dieses – wohlgemerkt tapfer und entschlossen kämpfende - Augsburger Notaufgebot zur Halbzeit überraschend nur 15:15.

„Es ist uns wichtig, dass die Mädels auch eine Lektion aus so einer Partie mitnehmen – und wenn es sein muss, auch auf die unangenehme Art. Natürlich hätten wir bereits im ersten Abschnitt Formation und Taktik ändern können, aber gegen einen so aufgestellten Gegner sollten wir über solche Änderungen gar nicht erst nachdenken müssen“, so Mäsel nach der Partie kopfschüttelnd.

Die Änderung erfolgte – in Form einer personenbezogenen Deckung auf eine Spielerin. Wie sehr dieses taktische Mittel dem Gegner zusetzte, sollte sich im weiteren Verlauf des Spiels deutlich zeigen. Dabei begann die zweite Halbzeit erst einmal kurios: Nach drei Spielminuten ging zuerst Charlotte Paulus mit Nasenbluten vom Platz und nur eine Minute später wurde Außenspielerin Judith Fröhlich im Gegenstoß heftig umgerissen, was eine direkte rote Karte für die Gäste nach sich zog. An dieser Stelle gute Besserung an unsere Judith, die sich bei dieser Aktion eine Außen- und Syndesmoseband-Verletzung zuzog und vorerst ausfallen wird. Während die betroffenen Spielerinnen neben dem Spielfeld versorgt wurden, drehten die Akteure auf der Platte nun richtig auf. Die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit blieb man – auch dank Torhüterin Silvia Morath - ohne Gegentor und warf im Gegenzug ganze neun Tore am Stück. Maßgeblich verantwortlich waren nun die Ballgewinne in der Defensive und die schnellen Gegenstoßtore über Franziska Ebenkofler und Chiara Czeslik. Auch die verbliebenen 20 Spielminuten blieben die Ebersbergerinnen konzentriert und ließen auch in der Abwehr nichts mehr anbrennen. Und während Carolin Walden und Maria Hartmann sich im Angriff auszeichnen konnte, erhielt auch B-Jugend Torhüterin Vanda Angyal ihre Einsatzzeiten, in welcher sie sich mit Paraden auszeichnen konnte. Lara Becher war es vorbehalten, via 7-Meter den 40. Treffer für ihr Team zu erzielen, was die Wogen über die mannschaftlich missratene erste Hälfte zu großen Teilen glätten sollte. Das Spiel endete mit 41:26 und Forst Uniteds U19 festigt damit den derzeitigen zweiten Platz der Bayernliga.

„Über die erste Hälfte verlieren wir besser kein Wort. So ein Handballspiel ist eben kein Selbstläufer. Wir hätten uns auch lieber ein „echtes Spitzenspiel“ mit dem dazugehörigen Druck gewünscht. Zum Glück haben sich die Mädels in der zweiten Halbzeit wieder aufgerafft und so können wir das mit einem Augenzwinkern verschmerzen. Bitter für uns ist natürlich die Verletzung von Judith in so einem Spiel.", so das Fazit von Trainer Julius Veihelmann.

Unser Team: Judith Fröhlich 1, Silvia Morath & Vanda Angyal (Tor), Charlotte Paulus 4, Emilie Rudolf 1, Maria Hartmann 1, Steffi Pollak, Carolin Walden 3, Chiara Czeslik 8, Hannah Dürr, Franziska Ebenkofler 11 (1), Lara Becher 8 (1) und Lara Lau 3.

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