Emotionaler Sieg gegen Liga-Schlusslicht

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Landesliga Frauen aus Ebersberg am vergangenen Sonntag, beim Spiel gegen den Tabellenletzten aus Pfaffenhofen. Sportlich sollte es keine große Herausforderung werden, aber doch eine schwierige mentale Aufgabe

D1 · Montag, 29.10.2018

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Landesliga Frauen aus Ebersberg am vergangenen Sonntag, beim Spiel gegen den Tabellenletzten aus Pfaffenhofen. Sportlich sollte es keine große Herausforderung gegen die Aufsteiger aus Altbayern werden, aber doch eine schwierige mentale Aufgabe für das junge Team aus der Kreisstadt.
 
Am Montag verstarb Andreas Ebner, Vater der Ebersberger Spielerin Melissa Matthes bei einem tragischen Verkehrsunfall. Als treuer Fan und Begleiter der Frauenmannschaft, war er allen als mitfiebernder und unterstützender Sportsmann bekannt.
„Wir informierten die Mannschaft am Dienstag im Training. Natürlich gab es unglaublich viele Tränen und Trauer bei den Mädels. An ein konzentriertes Training wollte und konnte somit keiner denken“, berichtet Teammanager Felix Mäsel.
Umso beeindruckender die Reaktion von Melissa, die ihrem Trainer Klaus Bergmann im persönlichen Telefonat mitteilte, dass sie am Sonntag unbedingt spielen will, da es ihr Papa so gewollt hätte.
Und so empfingen rund 270 Zuschauer die Mannschaft beim Einlauf mit der weiblichen E-Jugend, in der Ebersberger Halle. Kurz vor Spielbeginn legten Spielerinnen beider Teams und Fans eine Schweigeminute ein. Forst United spielte zudem in Trauerflor.

„Das ist natürlich nicht leicht für so junge Mädels, nach einem derart emotionalen Moment den Schalter wieder umzulegen und voll konzentriert auf der Platte zu stehen“, erklärte Bergmann die ersten Spielminuten in der sich United einige Fehler durch Unkonzentriertheit leistete und Pfaffenhofen zu unnötigen Torerfolgen kam (5:5 / 7.Minute).
Bei einem Gegenstoß kam dann der Ball auf die rechte Seite zu Melissa Matthes, die unter großem Jubel das 7:5 erzielte. Von da an ging ein Ruck durch die Mannschaft: Die Abwehr wurde deutlich aktiver und auch im Angriffsspiel nutzen die Forst Ladies die großen Lücken am Kreis. Sandra Daschner legte gleich zweimal in Folge gegen ihren alten Club nach und hielt auf der Spielmacherposition das Tempo hoch.
Einzig die schwache Chancenauswertung machte Coach Bergmann zu schaffen, wurden doch mehr als zehn Gegenstöße und komplett freie Würfe in der ersten Halbzeit vergeben. Zur Pause ging der Tabellenführer dennoch mit einem guten Polster von 20:10 Toren in die Kabine.

Um die vielen Zuschauer zu unterhalten, zeigte das Showteam Pliening-Landsham mit den Mädels von „Danceation“ des FC Forstern, eine tolle Choreographie.

Halbzeit zwei startete wie die erste aufhörte: Eine solide Abwehr, die von Minute zu Minute sicherer wurde und ein schnelles Angriffsspiel. Oftmals konnte sich der MTV nur mit einem Foul helfen (trotzdem ein mehr als faires Spiel!) und musste sechs Siebenmetertore von Katharina Fries hinnehmen. Sukzessive bauten die Mädels vom Ebersberger Forst den Vorsprung trotz weiterhin schlechter Abschlussquote aus (23:12, 28:13, 37:15).
Den Schlusspunkt hätte kein Regisseur besser planen können, denn das 40. Tor in der letzten Sekunde des Spiels, erzielte erneut Melissa Matthes (40:18). Das gesammelte Team rannte sofort auf Melissa zu und blieb lange umarmt vor dem Pfaffenhofener Tor stehen.

„Den heutigen Sieg widmen wir natürlich dem Andi. Wir sind eine Mannschaft, sowohl beim Feiern und Spielen, als auch in den schwersten Momenten, die längst nichts mehr mit dem Sport an sich zu tun haben“, fasst Kapitän Vivien Schweizer die Geschlossenheit im Team zusammen.

Am kommenden Samstag heißt es wieder „Busfahren“ für die Forst Ladies, denn dann geht es zum starken Gegner der SG Biessenofen-Marktoberstorf ins Allgäu. Fans sind herzlich eingeladen mit an Board zu kommen (Abfahrt 12:45 Uhr Halle EBE) 

#fürandi #servusandi

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