Meisterschaftsfavorit Puschendorf knapp besiegt

In der Quali unterlag die wB noch gegen die Franken. Beim ersten Aufeinandertreffen in der Bayernliga wurden die Karten neu gemischt und United ging mit 30:27 als Sieger vom Feld

wB · Montag, 02.12.2019

Makellos! Mit diesem Adjektiv lässt sich die Leistung der weiblichen B-Jugend des TSV nach nunmehr 8 Spielen am besten beschreiben. Auch nach dem erwartet sehr schweren Spiel im mittelfränkischen Puschendorf steht das Team des Trainergespanns Dürr/Schablowski mit sensationellen 16:0 Punkten an der Spitze der höchsten Spielklasse in Bayern.
Ohne prognostische Fähigkeiten haben zu müssen, war es den beiden Trainern bereits vor dem Spitzenspiel klar, dass es sehr schwer sein würde, die herausragende Leistung aus dem Spiel gegen den HC Erlangen zu wiederholen.  Man kannte den unbequemen Gegner bereits aus der Qualifikation für die Bayernliga, in der man sich knapp geschlagen geben musste. So wusste man, dass man es mit einer körperlich sehr präsenten Mannschaft zu tun bekommen würde, die eine ganz andere Taktik erforderte.

Bereits die ersten Minuten der Partie zeigten, dass der SV Puschendorf keine Gastgeschenke verteilen wollte. Ehe man sich versah, lag man in einer Halle mit extrem rutschigem Boden, in der zudem Harzverbot herrscht, mit 2:0 in Rückstand. In den ersten zehn Minuten war es vor allem Jasmin Alnajjar, die mit drei Treffern die Forstis im Spiel hielt. Immer wieder gelang es der Linkshänderin der Franken, die in den letzten Spielen so sichere Abwehr des TSV mit einfachsten Mitteln zu überwinden. Die Trainer der Forstis mussten reagieren und stellten die Abwehr um. Dies zeigte sofort Wirkung. Jasmin Alnajjar wiederum sorgte für den 6:6 Ausgleich, danach leitete Charlotte Paulus mit 5 Toren in Folge eine 4-Tore Führung zum 8:12 ein.

Die Auszeit der Heimmannschaft in der 17ten Minute war geschickt gewählt und brachte fast die Wende des Spiels. Vor allem die Kreise der Linkshänderin konnten die Forstis nicht einschränken und so konnte sie den Anschlusstreffer zum 11:12 erzielen. Es bedurfte einiger klarer Anweisungen der Coaches, um das Team auf die Erfolgsspur zurück zu bringen. Neben den bisherigen Torschützen legten nun auch Chiara Czeslik und Hannah Dürr den Respekt vor dem Gegner ab und sorgten mit ihren Treffern für den 14:17 Halbzeitstand.
20 Sekunden nach Wiederanpfiff legte wiederum Hannah Dürr vor, Charly Paulus und Jasmin Alnajjar zogen zur eigentlichen Vorentscheidung zum 14:20 nach. Nicht jedoch im heutigen Spiel. Plötzlich war aus unerfindlichen Gründen Sand im Getriebe. Die Konzentration war dahin, man machte technische Fehler, traf nur noch das Aluminium oder den gegnerischen Torwart und vergab fahrlässig mehrere Konter. Das Team begann an sich selbst zu zweifeln und Panik machte sich breit. Der SV steckte nie auf und witterte plötzlich Morgenluft. Die Franken besannen sich auf ihre Stärke und warfen die körperliche Überlegenheit ihrer Rückraumspielerinnen in die Waagschale. Da sich in diesen Minuten des Spiels jedoch auch Puschendorf viele technische Fehler leistete, wogte das Spiel auf schwachem Niveau hin und her.
Mit zunehmender Spieldauer schmolz der Vorsprung des TSV immer mehr dahin, der Puls der Betreuer und mitgereisten Eltern dagegen stieg bedrohlich an. 1:25 Minuten vor Schluss erzielte die Spielmacherin des Gastgeberss den Anschlusstreffer zum 27:28.

Dürr/Schablowski ließen noch einige Sekunden von der Uhr herunterlaufen, ehe sie die Auszeit nahmen. Die beiden Trainer wirkten beruhigend auf die Spielerinnen ein und gaben klare Anweisungen für die letzten 80 Sekunden. Der Erfolg zeigte sich sofort. Eine energische Aktion von Charly Paulus konnte von Puschendorf nur unfair unterbunden werden. Den fälligen 7-Meter verwandelte Jasmin Alnajjar eiskalt und humorlos zum 27:29. Auch die Abwehr des Tabellenführers ließ nun nichts mehr anbrennen und konnte den Ball noch einmal erkämpfen. Chiara Czeslik sorgte im Gegenzug mit dem Schlusspfiff für das dreißigste Tor zum erlösenden Endstand von 27:30.
„Es ist bekanntermaßen sehr schwer bei fränkischen Mannschaften zu gewinnen“ wissen die beiden Trainer aus eigener Erfahrung. „Auch wenn wir heute nicht unser bestes Spiel gezeigt und sehr nervös gespielt haben, hat die Leistung ausgereicht, den starken Gegner in Schach zu halten und beide Punkte mit nach Hause  zunehmen. Nach diesem schweren Brocken aus Franken geht unser Blick schon auf die letzte Partie in 2019 gegen den amtierenden bayerischen Meister aus Haunstetten. Dort wollen wir die Hinrunde mit dem optimalsten Ergebnis abschließen“, sind sich die Coaches einig.        

Für Ebersberg waren erfolgreich:

Vanda Angyal (Tor), Leo Lindner (Tor), Charly Paulus 10/3, Jasmin Alnajjar 7/3, Chiara Czeslik 5, Hannah Dürr und Maria Hartmann je 3, Nina Allombert und Hannah Schrögmeier je1 sowie Steffi Pollak, Conny Paulus, Anna Kaspar und Lilli Schmidt.

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