Null von Fünf

Forst Ladies erleiden dank fehlender Abwehr, katastrophaler Wurfquote und fünf vergebener Strafwürfe die erste Niederlage seit einem Jahr

D1 · Sonntag, 04.11.2018

Nun ist es passiert. Die Forst Ladies haben Federn gelassen und doch ist die letztendlich verdiente Niederlage, mehr als vermeidbar gewesen.
Bei der SG Biessenhofen-Marktoberdorf nahm man zum ersten mal seit einem Jahr keine Punkte mit und musste sich 26:27 geschlagen geben.

Aber wie kam es dazu?
Schon vor dem Spiel warnte Trainer Klaus Bergmann, dass dieses Match eines der schwersten in der Hinrunde wird. Zweimal beobachtete er den Gegner aus dem Allgäu und erkannte ein steigende Formkurve der SG. Obwohl Forst United die beste Abwehr und den besten Angriff der Liga stellt, sollte beides an diesem Tag kollektiv versagen.
Schon in den ersten drei Minuten des Spiels zeigte sich was die vielen Fans an diesem Tag erwartet: Wie durch einen löchrigen Käse marschierten die Allgäuer durch die Ebersberger Defensive und vorne verlor man kläglich, nach überhasteten Würfen und vorgenommenen Anspielen an den Kreis, den Ball. Dass United dennoch 1:0 in Führung ging, war Torhüterin Elena Czeslik zu verdanken, die drei freie Würfe und einen Siebenmeter der Gäste innerhalb der ersten drei Minuten parierte.
Da sich aber an der Abwehr nichts änderte, zog die SG auf 7:4 davon. Erst als Anna Dybilasz und die 17-Jährige Emilie Rudolf eingewechselt wurden, begann das Spiel der Oberbayern etwas konstanter zu werden. Bis zum Pausenpfiff konnte man sich immerhin eine knappe 15:14 Führung erspielen.

Durchgang Zwei war dann eine Steigerung zur ersten Halbzeit im negativen Sinne: Mit einer noch offensiveren Abwehr wollte Coach Bergmann die guten Rückraumspielerinnen in den Griff bekommen. Zunächst sollte der Plan aufgehen, Biessenhofen zeigte sich überrascht vergab hochkarätige Chancen. Lucie Mäsel und Theresa Lettl besorgten im Gegenzug die 18:14 Führung.
In dieser Phase wurde United auch der erste Siebenmeter des Spiels zu gesprochen. Katharina Fries trat an und vergab. Keine Minute später, beim Stand von 18:15 verließen Fries erneut die Nerven vom Punkt. Die Gastgeber nutzten die Verunsicherung Uniteds und überwanden das offensive Defensivkonstrukt mit Leichtigkeit, bis zum 18:18. Der in Halbzeit Zwei, starken Theresa Lettl war es zu verdanken dass das Spiel ausgeglichen gestaltet werden konnte, doch Biessenhofen kämpfte verbissen und brachte United immer mehr ins Straucheln. Im Angriff versuchte man sich nun immer mehr mit 1:1 Situationen, da man den großen Ball ohne Harz nur schwer unter Kontrolle brachte. Die Schiedsrichter sprachen Forst United daraufhin drei weitere Strafwürfe zu, die längst die Entscheidung zu Gunsten der Gäste geben müssten. Doch sowohl Christina Schweiger, Melissa Matthes und Theresa Lettl scheiterten. Die Abwehr wurde trotz mehrmaliger Umstellung nur phasenweise besser, ließ den Gegner doch all zu einfach passieren. Biessenhofen reagierte abgezockter und legte mit dem 27. Tor, wenn auch nach deutlichen Schrittfehler, den verdienten Siegtreffer nach.

Mit hängenden Köpfen verließen die Spielerinnen nach der knappen 26:27 Niederlage das Feld im Allgäu.

„Die Niederlage ist absolut verdient aber dennoch vermeidbar. Heute hat einfach nichts geklappt. Die Abwehr war in jeder Formation faktisch nicht mental anwesend und vorne haben wir eine Chancenverwertung unter 20 Prozent. Wenn man dann noch jeden, der fünf Siebenmeter verwirft, hat man den Sieg an diesem Tag nicht verdient.
Wohlwollend kann man jedoch sagen, dass wir trotz einer miserablen Leistung und ohne Führungsspielerin Helena Lettl, die wir an diesem Tag schmerzlich vermisst haben, nur mit einem Tor gegen einen guten Gegner unterlagen und mehrmals die Einladung zum Sieg bekommen haben“, beurteilt Teammanager Felix Mäsel die erste Saisonniederlage.

Für die junge Mannschaft gilt es nun, das Geschehene aufzuarbeiten, Fehler zu analysieren und hart daran zu arbeiten, dass sich eine solche Leistung nicht mehr wiederholt. Bergmanns Frauen haben bis kommenden Sonntag dafür Zeit, ehe der Mitaufsteiger aus Haunstetten in Ebersberg aufschlägt. 

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