Rück- & Ausblick

Bericht zur letzten Bayernligaqualifikation der wB-Jugend und ein Ausblick auf das anstehenden Qualiturnier in Erlangen

wB · Freitag, 31.05.2019

Endlich konnte die wB der Forstis am vergangenen Sonntag in die erste Runde der Qualifikation zur Bayernliga starten. Nach einer kurzfristigen Änderung der Turniergruppe durch den BHV durfte man nicht, wie zunächst geplant, nach Allach fahren (JBLH-Überschneidung). Durch die Verlegung ging die Reise in das nahezu 200 km entfernte Gunzenhausen im idyllischen Mittelfranken. Dort wartete eine sehr schwere Gruppe auf die Mannschaft aus Ebersberg. Nach einer 2,5 stündigen Fahrt startete das Team, um das neu formierte Trainer-Gespann Dürr/Schablowski gleich gegen den Gastgeber vom TV Gunzenhausen. Von Anfang an merkte man, dass die Mädels aus EBE nicht richtig in die Partie kamen. Lag es an der langen Anreise oder hatte man den bis dato unbekannten Gegner schlichtweg unterschätzt? So wechselte die Führung in einem Spiel auf sehr schlichten Niveau ständig hin und her, keiner der Mannschaften gelang es, sich deutlich abzusetzen. Als dann das Team um Spielmacherin Chiara Czeslik gegen Ende der zweiten Halbzeit beim Spielstand von 9:8 mehrere gute Torchancen leichtfertig vergab, konnten die Mittelfranken 4 Tore in Folge erzielen und das Spiel mit 9:12 für sich entscheiden.

Da nur die ersten beiden Tabellenplätze für die Teilnahme an der zweiten Runde der Bayernliga-Quali berechtigten, stand man bereits jetzt mit dem Rücken an der Wand. Um sicher in die zweite Runde zu gelangen, waren nun Siege in den restlichen drei Spielen notwendig. 

Mit diesem klaren Ziel vor Augen ging man mit höchster Konzentration in das nächste Match gegen Schwabmünchen. Noch vor wenigen Wochen konnte man den Gegner beim LEW-Cup deutlich besiegen. Auch diesmal ließen die Forstis von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, wer als Sieger das Spielfeld verlassen würde. Besonders Charly Paulus und Hannah Dürr zeigten sich gewohnt treffsicher und erzielten zusammen 9 Treffer. Auch die beiden Spielmacherinnen Hannah Schrögmeier und Chiara Czeslik zeigten eine sehr starke Leistung, lenkten das Angriffsspiel clever und steuerten selber 5 Treffer zum deutlichen 18:11 Sieg bei. Trotzdem merkte man, dass heute Sand im Getriebe war und einige einen gebrauchten Tag erwischt hatten.Aber man war wieder auf Kurs Richtung Bayernliga.

In dritten Spiel ging es gegen den vermeidlich schwächsten Gegner, die SpVgg Diepersdorf. Auch in dieser Begegnung war nicht alles Gold, was glänzt. Aber man lag zur Halbzeit trotzdem bereits mit 9:3 in Führung. Beim Stand von 12:4, mit dem klaren Sieg vor Augen, wurde man plötzlich wieder unkonzentriert und nervös und gestattet so dem Gegner fünf Tore zu erzielen. Trotz der vermeidbaren Fehler in Abwehr und Angriff siegte man souverän mit 17:8 Toren. Besonders Anna Kasper und Kreisläuferin Maria Hartmann zeigten in Abwehr und Angriff eine sehr starke Leistung.

Im letzten Spiel kam es zum Showdown gegen den SV Puschendorf, das körperlich stärkste Team des gesamten Turniers. Um noch aus eigener Kraft in die nächste Runde der Quali zu kommen, musste man diesen schweren Gegner schlagen. Die Vorzeichen standen schlecht, da neben der gesundheitlich angeschlagenen Chiara Czeslik nun auch noch Steffi Pollak aufgrund einer Knöchelverletzung nur bedingt einsatzfähig war. Da die Ebersbergerinnen jedoch wussten, dass es um alles geht, entwickelte sich ein sehr spannendes Spiel. Die Fränkinnen nutzen zu Beginn ihre körperlich Überlegenheit und gingen schnell mit 4:1 in Führung. Erst jetzt wachten die Forstis auf um man konnte auf 4:3 verkürzen. Kurz vor Halbzeit stand es durch einen Doppelpack von Hannah Dürr 11:11. Leider wurde ihr ein dritter Treffer zur möglichen Halbzeitführung durch eine klare Fehlentscheidung der Schiedsrichter aberkannt. In der zweiten Hälfe zog Puschendorf das Tempo noch einmal an und vier Minuten vor Schluß beim Stand von 14:10 schien das Spiel  bereits verloren. In einer Auszeiten stellten die beiden Trainer die Abwehr um und schworen das Team auf die letzten Minuten ein. Die taktischen Maßnahmen zeigten sofort Wirkung und man konnte noch auf 15:16 verkürzen. Dann war die Spielzeit abgelaufen, das Spiel verloren und der Traum von der Bayernliga geplatzt - jedenfalls für ein paar Minuten. Dank des Sieges von Schwabmünchen über Gunzenhausen und des eigenen Torverhältnisses von +12 Toren belegte man am Ende glücklich den zweiten Tabellenplatz, der für die Teilnahme an der 2. Runde der Quali berechtigt. Die Tränen wichen sehr schnell einem befreiten Lächeln.

Die zweite Runde findet am kommenden Sonntag beim HC Erlangen - wieder einmal in Franken - statt. Neben Erlangen trifft am auf alte Bekannte wie den ESV 27 Regensburg und den HT München. Vollkommen unbekannt dagegen ist die Spielgemeinschaft aus der Nähe von Hof, die SG Helmbrechts/Münchberg. Nachdem man Runde 1 knapp mit einem blauen Auge überstanden hat, wird man nun deutlich konzentrierter und mit mehr Engagement in die entscheidende Runde der Qualifikation für die Bayernliga gehen. Im Training hat das erfahrene Trainer-Duo zusammen mit dem Team alle Fehler erarbeitet und ist diese in zwei intensiven Trainingseinheiten angegangen. Noch einmal wird die wB und auch die Coaches keinen der Gegner unterschätzen. Für die angeschlagenen Spielerinnen bleibt bis zum Sonntag genügend Zeit zur Regeneration. Alle sind fest entschlossen ihr Bestes zu geben um die Quali zu “rocken”. Für die Mannschaft gibt es nur ein Ziel, das man gemeinsam unbedingt erreichen will: die Bayernliga 2019/2020. “Wir haben aus den Fehlern der ersten Runde gelernt und entsprechend reagiert“, resümiert Coach Dürr.

“Jede Einzelne muss nun frei im Kopf werden und den selbstauferlegten Druck vergessen. Ich habe vollstes Vertrauen in mein junges Team und weiß, dass jede ihr Bestes geben wird, die Quali zu bestehen um dann ein Wort in der Bayernliga mitreden zu können. Das Potential dazu haben wir mit Sicherheit”.              

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