U-19 ist bayerischer Vizemeister!

Nach einem aufopferungsvollen Schlagabtausch gegen faire Haunstettener siegte Uniteds wA-Jugend 26:24 und feierte den zweiten Rang in der Bayernliga

wA · Montag, 01.04.2019

Das letzte Saisonspiel hielt für Forst Uniteds U19 noch einmal einen richtigen Knaller parat: Man durfte auswärts beim TSV Haunstetten um die bayerische Vizemeisterschaft spielen. Im Hinspiel hatte man sich über Phasen zwar schwer getan, dennoch einen respektablen 27:20 Sieg klar gemacht. Doch - in über fünf Monaten kann viel passieren und so waren die Ebersberger vorgewarnt. Außerdem benötigte man einen Sieg, um sich die Vizemeisterschaft in Bayerns höchster Liga nicht mehr von der HSG Würm-Mitte nehmen lassen zu können. 

In den ersten zehn Minuten der Partie sah es ganz so aus, als könnten die Girls an den letzten Leistungen anknüpfen. Über Tempospiel und koordinierte Abwehrarbeit konnte man sich eine 6:2 Führung erarbeiten, wobei man mit vier vergebenen hundertprozentigen Chancen hier bereits den Sack hätte vorzeitig zu machen können. Die Augsburger griffen zum Time-Out, um ihre eigenen Reihen neu zu strukturieren. Offenbar zeigte die Ansage von Trainer Fabian Link seine Wirkung, denn sein Team begann im folgenden Abschnitt Zug um Zug, die Kontrolle über das Spiel zurück zu erarbeiten. Eine zu dem Zeitpunkt deutlich ungenügende Chancenverwertung und Probleme im Abstimmungsverhalten der Abwehrreihe erleichterte den Gastgebern die Aufholjagd und so sah man sich durch drei Treffer der Haunstettener Kreisspielerin plötzlich mit einem Gleichstand konfrontiert (11:11, '26). Und es sollte sogar noch schlimmer kommen: In Unterzahl konnten die Gastgeber über Chiara Joerss zwei weitere Treffer erzielen, während es bei Forst United lediglich für Pfosten- und Lattentreffer reichte (11:13 zur Halbzeit). "Zu diesem Zeitpunkt war ich davon überzeugt, dass wir dieses Spiel heute verlieren. Es lief einfach nichts so wie sonst", so Torhüterin Silvia Moraths treffende Analyse der ersten Halbzeit. 

Die Halbzeitansprache von Trainer Felix Mäsel kann man beinahe nicht als solche bezeichnen. Es grenzte schon eher an eine zehnminütige Schimpftirade. "Ich war unheimlich sauer. Wir zeigten keinerlei Gegenwehr in der Abwehr und vorne erspielten wir uns eine Chance nach der anderen, konnten das Runde aber nie im Eckigen unterbringen. Natürlich wussten wir auch, wie frustrierend das für die Mädels zu dem Zeitpunkt war, aber es brauchte dringend einen Weckruf und Appell an das, was uns die letzten Wochen so stark gemacht hat". 

Dass die harschen Worte so schnell Wirkung zeigen würden, hatte man fast nicht für möglich gehalten. Die angeordnete und souverän durch Julia Beck ausgeführte Manndeckung auf die Augsburger Spielmacherin zeigte sofortige Wirkung und die starke Charlotte Paulus netzte im Gegenzug direkt doppelt ein, um den Ausgleich wieder herzustellen (13:13, '33).  Nach einer wichtigen Parade von Torhüterin Silvia Morath suchte man vorne den Abschluss über Außenspielerin Franzi Ebenkofler, die nur durch ein rüdes Foul zu stoppen war, worauf die Schiedsrichter vollkommen zurecht die rote Karte zogen. Direkt im Anschluss durfte Franzi sich noch einmal versuchen und leitete die Führung für Forst United ein (13:12, '34). Was folgte war ein offener Schlagabtausch von beiden Seiten, deren Abwehrbollwerke nun deutlich besser zu funktionieren schienen. Über Tore von Charlotte Paulus, Theresa Lettl und Franzi Ebenkofler konnte man stets etwas Abstand zum Gegner sichern, bis es die Forstis auf einmal ganz hart traf: Eine Zeitstrafe für Theresa Lettl und eine absolut unerklärliche rote Karte für Ebenkofler (Ablaufen des Balls im Konter) dezimierten die Aufstellung auf dem Platz plötzlich auf vier Spielerinnen. Die Augsburgerinnen nutzten diese Chance und holten sich den Ausgleich (17:17, '42).
Nach einer vollen Minute Spielzeit sicherte sich Theresa Lettl gleich ihre zweite Zeitstrafe und so stand man nach wie vor in Unterzahl und nach einem Treffer nun auch noch mit Rückstand auf dem Platz. Was im folgenden geschah, sollte den Ausgang des Spiels bestimmen. Die Girls legten über Julia Beck und Charlotte Paulus plötzlich einen Run hin und ließen den Gegner wieder mit zwei Toren Rückstand zurück (20:19, '45). Selbst eine weitere Zeitstrafe gegen Steffi Pollak konnte man nun mit dem nötigen Selbstvertrauen hinnehmen, dass dadurch kein Bruch entstehen würde. Es hatte zwar 50 Minuten gedauert, aber plötzlich war auch Spielmacherin Lara Becher mit Selbstbewusstsein zur Stelle und setzte sich im Angriff immer wieder durch. Torhüterin Silvia Morath erledigte über mehrere Glanzparaden in den Schlussminuten dann das übrige für ihr Team. Die Girls konnten durch einen aufopferungsvollen Kampf den Abstand wahren und sicherten sich den vielumjubelten Sieg, der die Vizemeisterschaft in der Bayernliga bedeutete (26:24). 

"Das waren 30 Minuten Kampf auf Bayernliganiveau in der zweiten Hälfte. Die Mädels haben sich gegen alle Widrigkeiten durchgesetzt, sei es Unterzahl oder Rückstand. Wir sind froh, dass sie als Team zum letzten Spiel noch einmal über sich hinauswachsen mussten. Es zeigt uns, wie viel Kraft wir gegen alle Rückschläge noch mobilisieren können. Wir sind sehr stolz auf das Team. Der Gewinn der Vizemeisterschaft ist mehr, als wir noch vor der Saison für möglich gehalten haben!", so Headcoach Felix Mäsel sichtlich erschöpft. 

Wir wollen uns auf diesem Wege noch einmal bei allen Betreuern, Fans, Sponsoren und Freunden bedanken, die uns über den langen Weg dieser Saison unterstützt haben. Ein besonders Lob gilt Teamphysio Alf Sing, der die Mädels immer wieder vor und nach den Spielen so zusammenklebt, dass sie überhaupt einsatzfähig sind! Außerdem wünschen wir unseren beiden 2000ern Johanna Strobl und Annika Fricke alles Gute für die Einsätze im Erwachsenenbereich! 

Es spielten und trafen: Silvia Morath (Tor), Franzi Ebenkofler 5 (1/2), Anna Huber, Julia Beck 1, Steffi Pollak 2, Annika Fricke, Judith Fröhlich 1, Johanna Strobl, Lara Becher 5, Alina Sing, Charlotte Paulus 7, Emilie Rudolf, Theresa Lettl 5, Lena Trenkler. 

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