United zeigt Riesenmoral in den Schlussminuten

Bericht der Ebersberger Zeitung zum sensationellen "Last Second" Erfolg gegen die HG Zirndorf

D1 · Dienstag, 18.02.2020

Wären die Türen der Dr. Wintrich Halle weit geöffnet gewesen, hätte vermutlich halb Ebersberg die Jubelschreie vernommen, die nach der Schlusssirene erschallten. Handball-Bayernligist TSV EBE Forst United hat am Samstagabend wichtige Punkte für den Klassenerhalt gesammelt und die favorisierte HG Zirndorf überraschend mit 27:26 Toren in die Knie gezwungen.
Die Mannschaft um die Trainer Andreas Fehrenbach und Markus Lettl bewies dabei eine Riesenmoral und holte einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand auf (8:14/28.).
„Die erste Halbzeit war sehr zerfahren, aber dann haben wir uns gesteigert und am Ende verdient gewonnen“, freute sich Teammanger Felix Mäsel.

Nach gutem Start und einer 2:1-Führung (5.) kippte das Pendel zuerst zu Gunsten der Franken. Leichte United Fehler lieferten die Steilvorlage, dass aus einem 3:3 (7.) ein 3:8 (12.) wurde. Doch die Ebersberger Frauen kämpften und steckten, als sie bis auf 13:14 (33.) heran gekommen waren, einen weiteren Zwischenspurt der Zirndorfer Gäste (15:20/42.) weg. Danach übernahmen die Aufsteigerinnen in einem wilden Hin und Her das Zepter.
Anna Dybilasz und Franziska Ebenkofler glichen in Minute 53 erstmals zum 21:21 aus. Auch als die HG auf 25:22 (56.) gestellt hatte, gab United nicht auf. Eine Auszeit brachte die entscheidenden Instruktionen: die Umstellung auf eine enge Deckung, angetrieben von der überragenden Christina Schweiger, hielt Ebersberg das Tempo hoch und verbarrikadierte den eigenen Kasten. „Elena war überragend. Sie hat am Ende eine Doppelparade gezeigt“, lobte Coach Lettl. Vier Tore in Folge sorgten für den Ausgleich und - weil Zirndorf 73 Sekunden vor Schluss eine Strafzeit kassierte - in Überzahl für die zweite Führung in dieser Partie durch Dybilasz (26:25).
Katharina Fries sorgte schließlich drei Sekunden vor dem Abpfiff für den Siegtreffer. Sie hatte nach dem 26:26-Ausgleich der Gäste den Kopf oben behalten und gesehen, dass das Tor der in Unterzahl agierenden Gäste noch leer war, weil diese zuvor ihre Torhüterin im Angriff für eine sechste Feldspielerin ersetzt hatten. Fries warf direkt vom Anwurf ins verlassene Gehäuse - und die Halle bebte.

Bericht des Münchner Merkur vom 17.2.2020. Autor Olaf Heid. 

     

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